Unter den Wiederkäuern ist die Ziege nach dem Schaf das älteste Haustier - dies belegen Funde aus dem Jordantal um 6700 v.Chr. Momentan liegt der Weltziegenbestand bei ca. 500 Millionen Ziegen, deutscher Rekord war 1920 mit 5 Millionen Tieren. Es ist aber unmöglich genaue Zahlen zu bekommen, da viele Ziegen in Entwicklungsländern zu finden sind und die Erfassung dort nicht durchführbar ist. Das am meisten "entwickelte" Land, in dem Ziegen landwirtschaftlich gehalten werden, ist Frankreich, wo mehr als 1 Millionen Tiere gehalten werden für die Produktion von Milch, die fast ausschließlich für die Herstellung von Käse verwendet wird.

Ziegen haben ein intelligentes, neugieriges und besonnenes Gemüt. Sie sind Herdentiere und sollten immer den Kontakt zu anderen Ziegen pflegen können. Werden sie ohne Artgenossen gehalten, werden sie versuchen, dieser Einzelhaft zu entkommen. Sie werden aggressiv, krank oder sterben an Einsamkeit.

Die wilden Ziegen und der Hirte

Ein Hirt hatte seine Ziegen auf die Weide getrieben. Dort mischten sich wilde Ziegen unter seine Herde. Der Hirt trieb am Abend alle Ziegen in seine Höhle. Am nächsten Tag war ein starkes Unwetter und die Tiere konnten nicht auf die Weide. Der Hirt versorgte sie in der Höhle mit Futter. Er gab seinen eigenen Tieren gerade so viel, dass sie nicht hungerten. Den fremden Ziegen aber gab er reichlich, um sie für sich zu gewinnen.

Als das Unwetter sich gelegt hatte und die Tiere wieder auf die Weide getrieben wurden, liefen die wilden Ziegen davon. Der Hirt warf ihnen Undankbarkeit vor, weil er sie doch reichlich versorgt habe.

Da drehten sich die wilden Tiere um und sagten: „ Das ist es ja gerade, weshalb wir uns vor dir in Acht nehmen. Du hast uns neue besser behandelt als deine alten Tiere. Wenn nun wieder neue kommen, dann geht es uns wie den alten.“

Fabel von Aesop