Ziegen-Brief, Januar 2011

Liebe Ziegenspender! Liebe Interessierte!

ZIEGEN SCHENKEN NEUEN LEBENSMUT

Infos aus erster Hand zum Projekt „Ziegen für Mweiga“

PROJEKTBERICHT von Bruder Haron Kamau aus Mweiga/Kenya (Dezember 2010)

Einführung

Die Ordensgemeinschaft der Brothers of St. Joseph in Mweiga gründete im Jahr 2000 das HIV/AIDS-Selbsthilfeprojekt, um einen Beitrag zum Kampf gegen die Ausbreitung von AIDS zu leisten. 2001 schlossen sich weitere Gruppen an. Seit 1998 die HIV/AIDS-Pandemie vom früheren Präsidenten Arap Moi als Nationale Katastrophe eingestuft wurde gibt es zahlreiche Anstrengungen, die weitere Ausbreitung von AIDS zu verhindern. Die größte Herausforderung für uns ist, die HIV-Infizierten Landsleute, die meisten sind zwischen 18 und 45 Jahren, möglichst lange am Leben zu erhalten und die weitere Ausbreitung von AIDS zu stoppen.

Die Ziele des Ziegenprojektes

  • sich der Bedürftigen und Unterdrückten anzunehmen
  • mit den Selbsthilfegruppen zusammenzuarbeiten und sie zu befähigen, ihre Bedürfnisse zu erkennen
  • mitzuhelfen, die AIDS-Kranken aus ihrer Lethargie zu lösen, dass sie ihre Situation akzeptieren und sich für notwendige Veränderungen öffnen.

Vision - Mission

Wir arbeiten weiter an unserer Vision einer Gesellschaft ohne HIV/AIDS. Wir wollen den infizierten und gefährdeten Menschen Hoffnung geben, ihnen unser Mitgefühl zeigen und Unterstützung gewähren.

Unsere derzeitigen Schwerpunkte sind:

  1. freiwillige Beratung und HIV-Tests
  2. die häusliche (Kranken-) Pflege, Hausbesuche
  3. die Gruppentherapie
  4. eine mobile Gesundheitsvorsorge
  5. die seelisch-geistliche Betreuung und ambulante ehrenamtliche Dienste
  6. unterschiedliche einkommenschaffende Maßnahmen, z.B. das Milchziegenprojekt, die Klein- und Kleinstkredite, Projekte zur Haltung von Geflügel, Schweinen und Kühen

Der Schwerpunkt unseres Projektes liegt auf der freiwilligen Beratung und dem AIDS-Test. Wir gaben uns alle Mühe, um Schüler für die staatlichen Prüfungen vorzubereiten, die im Oktober/November in der Primary und Secondary School stattfanden.

Seit Mai 2010 haben wir mit unserem Ehrenamtlichen die Beratungen und AIDS-Tests auf weitere Orte ausweiten können. Bisher haben wir 5.426 Personen getestet, von denen nur 86 HIV-positiv waren. Um mehr Leute zu erreichen bemühen wir uns um Zusammenarbeit mit NGO's (= Nicht-Regierungs-Organisationen) auf lokaler und internationaler Ebene.

Insgesamt betreuen wir 1.200 AIDS-Kranke (Erwachsene und Kinder), die meisten von ihnen kommen in unsere Ambulanz, wo sie die ARV's (AIDS-Medikamente) erhalten. Die übrigen gehen ins Krankenhaus Nyeri, aber allein die Busfahrt kostet 1-3 Euros. Unsere Ambulanz kann nicht alle Leute versorgen, die kommen. Wir haben zu wenig AIDS-Medikamente und andere Medizin. Für 2011 versuchen wir auch noch mehr Personal zu bekommen. Das geht jedoch nur mit mehr Unterstützung durch unsere Freunde, Spender und Partner.

Das Ziegenprojekt

2005 besuchte eine Gruppe aus Regensburg die Partnerdiözese Nyeri und lernte die St.-Josephs-Brüder kennen. In beispielhafter Weise setzen sie sich für die AIDS-Kranken, AIDS-Waisen und gefährdeten Kindern in den Gemeinschaften, die Prostituierten und gefährdeten Jugendlichen ein. Ulrich Frey war von der Arbeit und dem Ansatz der Brüder mit den HIV/AIDS-Selbsthilfegruppen tief beeindruckt - die Geburtsstunde des Ziegenprojektes.

Die einkommenschaffenden Maßnahmen (IGA = income generating activities) und auch das Ziegenprojekt sollen den AIDS-Kranken durch ein besseres Einkommen den Kauf von Medikamenten und die Deckung ihrer Grundbedürfnisse erleichtern. Jede Milchziege hat einen Wert von ca. 150 Euro. Nach der Vereinbarung werden die ersten beiden Jungziegen an die Brüder zurück- bzw. an andere Bedürftige weitergegeben. Die Mutterziege und alle weiteren Zicklein gehören den jeweiligen Ziegenhaltern; der Verkauf der Milch sichert ein regelmäßiges und höheres Einkommen, der Ziegendung steigert die Ernteerträge.

Von Ärzten ist medizinisch nachgewiesen, dass Ziegenmilch das Immunsystem von AIDS-Kranken, aber auch anderen Kranken und schwachen Menschen in besonderer Weise stärkt. Das Ziegenprojekt ist deshalb wirklich sehr gut und die Situation der AIDS-Kranken hat sich schon beachtlich verbessert. Unsere wirklich große Herausforderung ist, wie wir in den nächsten 2 Jahren den weiteren Bedarf von 500 - 650 Ziegen decken können. Bisher haben wir insgesamt 280 Ziegen gekauft. Große Anstrengungen müssen wir dafür im lokalen und überörtlichen Bereich unternehmen.

Erfolge

  1. In Mweiga ist das Interesse der Menschen riesengroß, in das Ziegenprogramm aufgenommen zu werden. Sogar das Landwirtschaftsministeri-um arbeitet nun mit den „Farmern“ zusammen und unterstützt sie und so ist es nicht mehr nur ein Projekt der Brüder, sondern ein Anliegen der ganzen Umgebung geworden.
  2. Die meisten der am Ziegenprojekt beteiligten AIDS-Kranken sind jetzt gesünder und haben ein höheres Einkommen.
  3. In besonderer Weise fördert und unterstützen Ulrich Frey aus Arzberg, die Freunde des Ziegenprojektes und MISSIO-München unsere Arbeit.
  4. Das Konzept des Ziegenprojektes wird von der Umgebung sehr geschätzt, weil das Engagement der Ziegenhalter und der Selbsthilfegruppen sehr erfolgreich ist.

Herausforderungen

  1. Die Selbsthilfegruppen haben kaum finanzielle Möglichkeiten und sind für den Ziegenkauf auf Unterstützung durch Spender angewiesen.
  2. Wir wollen noch mehr Schulungen zur Ziegenhaltung durchführen.
  3. Weil die Zahl der AIDS-Kranken immer noch steigt, ist der Bedarf an Ziegen noch groß.
  4. In St. Gerald werden 100 AIDS-Waisen von den Brüdern versorgt. Dringend notwendige Unterkünfte sind eine fast unlösbare Aufgabe und warten auf Ihre Mithilfe

Ausblick

  1. Weitere Spenden zum Kauf von ca. 500 Ziegen in den nächsten 3 Jahren sind wichtig
  2. Moderatoren (Trainer für Trainer) für die Ziegenkurse müssen ausgebildet werden
  3. Die Weiterverarbeitung von Ziegenmilch und der Verkauf dieser Produkte zur Einkommensver-besserung soll gestartet werden.
  4. Ausbau von IGA beim Ziegenprojekt um zunehmend unabhängiger von Spendengeldern zu werden, z.B. durch den Kauf von Tischen und Stühlen, eines größeren Veranstaltungszeltes, einer mobilen Lautsprecheranlage, die selbst genutzt und vermietet werden können. Außer-dem kann der Bau eines Tagungshauses eigene Veranstaltungen ermöglichen und an andere Veranstalter vermietet werden.
  5. Gewinnen von Förderern für das St.-Gerald-Waisenhaus.

Kurzübersicht der Spenden

Spenden 2010 für Ziegenprojekt
12.989,56 €
Spenden 2010 für St. Gerald AIDS-Waisenhaus
8.550,00 €
Summe
21.489,56 €

So helfen Ihre Spenden

Verwaltungskosten pro Jahr
420,00 €
Schulung der Ziegenhalter
320,00 €
5-Tage-Workshop für Gesundheitshelfer, die AIDS-Kranke betreuen
45,00 €
Bausatz für große Solarlampe
45,00 €
Ziegen zum Weitergeben, je Tier
43,00 €
Solar-Taschenlampe incl. Paneel und Handy-Ladeadapter
30,00 €
Milchtransport-Kanne, je St.
16,00 €
Mtl. Kosten für Versorgung eines AIDS-Kranken (Essenslieferungen, Krankentransport, Hausbesuche, Medizin)
10,00 €
Betroffene, die noch keine Ziegen haben, bezahlen für 1 Liter Ziegenmilch (= ca. 1 Tageslohn)
1,30 €

So können Sie helfen

Spenden für das Ziegenprojekt können Sie mit dem Vermerk „Ziegen“ auf das Konto des Missionskreises Arzberg bei der VR-Bank Marktredwitz, Konto-Nr. 205422124, BLZ 781 600 69 überweisen. Das Katholische Pfarramt Arzberg stellt Spendenquittungen aus.

Kontaktadresse
Projekt „Ziegen für Mweiga“
GR Ulrich Frey, Seußener Straße 4, D-95659 Arzberg, Tel. +49(0)9233/7131-81, Fax -82
Mobil 0170-8318416
www.ziegen-fuer-mweiga.de

Aktueller Datenstand: Januar 2011

Wünschen Sie Info-Material oder möchten Sie uns einladen, bei Ihnen das Ziegenprojekt vorzustellen, dann wenden Sie sich an:

Ulrich Frey, Gemeindereferent, Seußener Str. 4, 95659 Arzberg-Röthenbach, Tel. 09233-713181, Fax 713182
email: info@schenken-und-helfen.de

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