Ziegen-Brief, Dezember 2008

Liebe Ziegenspender! Liebe Interessierte!

Nachfolgend ein kurzer Bericht über die Projektreise von Ulrich Frey im November 2008 nach Mweiga/Kenya

ZIEGEN SCHENKEN NEUEN LEBENSMUT

Zu den monatlichen Gruppentherapietreffen nehmen die Mitglieder der HIV/AIDS-Selbsthilfegruppen bis zu 20 km Fußmarsch auf sich. Babies und Kleinkinder sind mit dabei. Die meisten Teilnehmer sind Frauen - sie überwinden die Scheu, sich dem AIDS-Test zu unterziehen, am ehesten. Auf dem Programm der Treffen stehen z. B. ärztliche Informationen, Tipps der Gesundheitshelfer, Wissensvermittlung durch Theater und Sketche, ... Fester Bestandteil der Treffen ist eine Aus-tauschrunde, in der jede/r über seine momentane Verfassung berichtet: wie es gesundheitlich geht, Medikamenten(un)verträglichkeiten, familiäre Freuden und Sorgen, Einschätzung der momentanen Situation in der Selbsthilfegruppe ...

Sie hat gut lachen ... denn heute darf sie eine Ziege mit nach Hause nehmen. Ihr Enkel schaut noch etwas skeptisch und sucht Schutz an Omas Hand. Aber schon bald wird die Ziege sein Spielkamerad sein. Und die Oma wird darauf achten, dass er jeden Tag seine Ziegenmilch trinkt, die ihn hoffentlich noch recht lange stark macht gegen die Immunschwächekrankheit. Seine Eltern leben nicht mehr - an AIDS gestorben; jetzt hat die Großmutter die Last der Erziehung.

Gut, dass sie die Selbsthilfegruppe und die St.-Josephs-Brüder hat. Sie helfen, die Last zu tragen. Dieser Tag wird noch lange in Erinnerung bleiben. Der Initiator des Ziegenprojektes, Gemeindereferent Ulrich Frey aus Arzberg, kam zu Besuch. Große, herzliche Dankbarkeit brachten ihm die Mitglieder der HIV/AIDS-Selbsthilfegruppen entgegen. Ihm wurde die ehrenvolle Aufgabe übertragen, weitere 5 Ziegen an die Vertreterinnen und Vertreter von kleinen Gemeinschaften zu übergeben. Alle hatten vorher erfolgreich ihren "Ziegenführerschein" abgelegt und mit der ganzen Gruppe den vorgegebenen Ziegenstall gebaut. Das werden sie noch gebührend feiern. Die Morgen-Milch wird meist verkauft, die Abend-Milch untereinander aufgeteilt.

Auf dem Gelände der St.-Josephs-Brüder wurden durch das Ziegenprojekt einige Musterställe gebaut. Hierher bringen die Gemeinschaften und später die begünstigten Familien den ersten Ziegennachwuchs, denn erst dann geht die Mutterziege in ihr Eigentum über. Für den "Service" - wie die Kenyaner zu sagen pflegen - für den Nachwuchs wird auf dem Gelände auch ein Ziegenbock gehalten.

Nach der vielen Theorie im VCT (AIDS-Testzentrum) und dem Gruppentherapietreffen geht es jetzt hinaus zu einzelnen Gemeinschaft. Sie berichten, wie sie die Ziegen halten, wer sich kümmert, wie sie die Milch aufteilen, wer den nächsten Zie-gennachwuchs bekommt, ...

Und sofort ist auch hier in Enderasha eine Schar von Kindern da, die neugierig wissen wollen, warum ausgerechnet ein "Weißer" in ihr Dorf kommt. Sie singen ihm gemeinsam ein Lied.

Die nächste Gemeinschaft besteht fast ausschließlich aus Frauen. Sie führen eine kleine Farm, erklären alles bis ins Detail. Rechts im Hintergrund ist ein "Kuhstall" zu erkennen. Natürlich muss der Gast auch hier eine Tasse Tee trinken. Der "Chai" wird mit viel Milch und Zucker getrunken.

Gemeinsam Teetrinken ist gelebte Gastfreundschaft, zu der nicht nur der Gast aus Deutschland, sondern natürlich auch Bruder Haron (Mitte) und andere Anwesende eingeladen ist. Die Nachbarinnen kommen gerne mit dazu.

Als Vorsitzender des Vereins "Solidarität in der Einen Welt" e. V., Regensburg, trifft sich Ulrich Frey auch mit den Mitgliedern der Reisegruppe, die im Frühjahr 2008 zum 25-jährigen Vereinsjubiläum nach Deutschland eingeladen waren. In Anerkennung für seine Verdienste um das Ziegenprojekt bei den St.-Josephs-Brüdern wird ihm ein Gemälde mit einem Ziegen hütenden Jungen überreicht.

Es heißt Abschiednehmen und wieder nach Hause fahren. Im Speisesaal bei den St.-Josephs-Brüdern sitzen noch einmal alle zusammen. Der Superior, Br. Titus (hinten Mitte) dankt für den Besuch und die Unterstützung für das Ziegenprojekt. "Wenn es möglich ist, Förderer für unser Waisenhaus St. Gerald zu finden, dann wären wir Euch sehr dankbar. Allein können wir die Kosten nicht mehr aufbringen. Nun sind es schon an die 100 Kinder, die wir betreuen; ihre Eltern nahmen an unseren Angeboten für AIDS-Kranke teil und sind verstorben. Wir müssen mit einer steigenden Zahl von Kindern rechnen, die bei uns um Aufnahme bitten.“

So können Sie helfen

Spenden für das Ziegenprojekt können Sie mit dem Vermerk „Ziegen“ auf das Konto des Missionskreises Arzberg bei der VR-Bank Marktredwitz, Konto-Nr. 205422124, BLZ 781 600 69 überweisen. Das Katholische Pfarramt Arzberg stellt Spendenquittungen aus.

Kontaktadresse
Projekt „Ziegen für Mweiga“
GR Ulrich Frey, Seußener Straße 4, D-95659 Arzberg, Tel. +49(0)9233/7131-81, Fax -82
Mobil 0170-8318416
www.ziegen-fuer-mweiga.de

Aktueller Datenstand: Dezember 2008

Wünschen Sie Info-Material oder möchten Sie uns einladen, bei Ihnen das Ziegenprojekt vorzustellen, dann wenden Sie sich an:

Ulrich Frey, Gemeindereferent, Seußener Str. 4, 95659 Arzberg-Röthenbach, Tel. 09233-713181, Fax 713182
email: info@schenken-und-helfen.de

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